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212 Jahre Bergbau gehen zu Ende - Letzte Schicht St. Katharina 30.03.1968
Am Samstag, 30. März 1968 , verließ der letzte Kohlenhunt den Katharinenschacht. 212 Jahre Bergbautradition gehen zu Ende.
Man begann mit den Stillegungsarbeiten.
Am Samstag stellte die einzige Steinkohlengrube Bayerns im oberfränkischen Stockheim ihre Kohlenförderung nach mehreren Stillegungsverschiebungen ein. Damit blieb auch der Henry-und Emilienzeche, wie so vielen Gruben im Bundesgebiet, das Stillegungsschicksal nicht erspart. Zum letzten Male fuhren die Kumpels mit einer gewissen Resignation vor Ort, um in 320 m Tiefe die „Sdiwarzen Diamanten" des Frankenwaldes zu fördern.
Sind es im Ruhrgebiet und im Saarland die riesigen Kohlenhalden mit den damit verbundenen Absatzschwierigkeiten, die zur Liquidation führten, so konnte in dieser Hinsicht in Stockheim davon nicht die Rede sein. Bis zum letzten Tage rollte die Produktion auf vollen Touren, denn an Absatzmöglichkeiten hatte es nicht gefehlt. Wenn nun trotzdem die Stillegung erfolgte, dann nur deshalb, weil in Stockhehn größere Investitionen notwendig gewesen wären, um die Grube rentabel zu gestalten.
Für die bayerische Staatskasse bedeutete dieses kleine Bergwerk jedoch schon lange ein Faß ohne Boden. Jahr für Jahr waren Subventionen erforderlich, um den Betrieb am Leben zu erhalten.
In zwei Jahrhunderten sei Stockeim durch den Bergbau geprägt worden. Vor allem sei es bedauerlich, daß schaffende Menschen wieder frei werden, die sich standortmäßig in Stocheim festlegten. Man werde darum bemüht bleiben, unter allen Umständen zu versuchen, Arbeitsplätze zu gewinnen. Mit Hilfe der Staatsregierung sei ein Teil der Bergleute untergekommen. Bürgermeister Daum sprach die Hoffnung aus, daß sich die Zahl auf 25 Beschäftigte spätestens im Herbst d.J. erhöht.
Ein weiterer Hoffnungsschimmer besteht für die Bergleute. Betriebsleiter Bergbauing. Rudolf Roßmann, der sich unermüdlich für die sozialen Belange seiner Betriebsangehörigen einsetzt, verwies in der letzten Barbarafeier am 2. Dezember 1967 auf - die Gewinnung eines neuartigen Baustoffes. Aufgrund umfangreicher Lagerstättenuntersuchungen bestehe die Chance, einen Baustoff aus Blähschiefer herzustellen.
Damit sei nach einer Verwirklichung eine echte Beschäftigungsmöglichkeit für die Kumpels gegeben.
Seitens der IG Bergbau und Energie wurde immer wieder auf die sozialen Härten, die durch die Stilllegungen entstehen, mit Nachdruck hingewiesen. So habe jeder Bergmann aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit im Bergbau bestimmte Anrechte in der knappschaftlichen Rentenversicherung erworben, die ihm zwar nicht verloren gehen, aber wenn er in einer anderen Industrie beschäftigt wird, ist er dort für den Rest seines Arbeitslebens nicht mehr knappschaftlich versichert, was für seine spätere Rente einen erheblichen Nachteil bedeutet.
Durch das Kohlenanpassungsgesetz konnten gewisse Verbesserungen geschaffen werden, so daß von Stilllegungsmaßnahmen betroffene Arbeiter auf ein Abfindungsgeld bis zu 5000 DM hoffen können. Allerdings müsse eine Mindesttätigkeit von zehn Jahren nachgewiesen werden, außerdem müsse das 35. Lebensjahr vollendet sein.
In all den Jahren des wirtschaftlichen Auf- und Abganges stand der Kumpel im Mittelpunkt. Die Tradition wurde in Ehren gehalten. über. Jahrhunderte hinweg zeichneten sich diese Menschen durch Zähigkeit, Fleiß und durch beispielhafte Treue zu ihrer nicht gerade gefahrlosen Arbeitsstätte aus. Durch diese Eigenschaften war es überhaupt möglich, daß bis zum heutigen Tage die „Schwarzen Diamanten" des Frankenwaldes, ca. 1,5 Millionen Tonnen lagern noch in den Tiefen der Erde, gefördert wurden.
Grube St. Katharina 1775 - 1968
1775 Bürgermeister Schubert von Kronach eröffnet die Grube St. Catharina
1794 St. Katharina wird auf Rechnung der fürstlichen Hofkammer betrieben
1804 Besitzer ist jetzt Stadtrat Strüpf zu Bamberg
1840 Herr von Swaine aus Glücksbrunn erwirbt die Grube
1847 Swaine erwirbt die Grundstücke der heutigen Zeche und errichtet die
Rentei, ein Maschinen- und Förderhaus sowie den Katharinenschleppschacht
1880 Richard von Swaine schließt seine bayer. Gruben zusammen und nennt sie nach seinen Eltern "Henry und Emilienzeche"
1908 der Bayer. Staat übernimmt alle Gruben Swaine's
1911 der Bayer. Staat schließt alle Gruben
1912 der Neubetrieb der "Kohlenbergwerks GmbH" ist angelaufen
1927 die "Kohlenbergwerks GmbH" muß schliesen
1930 die Bergleute gründen den "Berbauverein St. Joseph e.V. Stockheim und Umgebung"
die Bergleute kaufen ihr Bergwerk,
Gründung der "Bergbaugenossenschaft Stockheim und Umgebung e.G.m.b.H.
1935 die umliegenden Gemeinden schliesen sich zusammen und gründen
"Bergbaugesellschaft m.b.H."
1935 ein neuer Schacht wird abgeteuft
1938 1.808 Tonnen Kohle werden gefördert
1957 ein neuer Stahlförderturm wird errichtet
1962 die Seilbahnverladestation wird durch Brand völlig zerstört
1968 am 30. März verlässt der letzte Kohlenhunt den Katharinenschacht

Eröffnet 1775: Bürgermeister Schubert von Kronach eröffnet
die Grube St. Catharina
Geschlossen: am 30.März 1968 verlässt der letzte Kohlenhunt den Katharinenschacht
Beschäftigte:  maximal 1951 __438 Beschäftigte__88918 Tonnen Kohle gefördert
Tiefste Grabung: 320 Meter
Besitzer:
 1778 Fürstliche Hofkammer
1908 Bayrischer Staat
 1939 "Berbauverein St. Joseph e.V. Stockheim und Umgebung"

Förder- und Belegschaftszahlen des Stockheimer Bergwerks:
Jahr    Förderung/Tonnen    Belegschaft
1890    39 105                        276            
1900    33 203                        249
1909    49 452                        402
1915     11 521                            77
1922    35 767                        363
1926    28 929                        262
1927       3 013                           65
1928 — 1930 keine Förderung
1931        2 774                          27
1932       3 125                          32
1933       3 416                         35
1934       2 804                         24
1935       1 766                          99
1936       5 330                        107
1937      10 064                        104
1938      19 533                        125
1939      21 184                         116
1940      21 113                          110
1941       18 985                        109
1942      28 182                        116
1943     26 042                        111
1944     22 413                        128
1945     23 074                        223
1946 (bis 30. Juni) 18 196     214
1949     31 899                         97
1950     17 951                         236
1951     88 918                         483
1952     63 724                       254
1953     33 325                       217
1954     31 274                        186
1955     35 214                        210
1956     50 830                       240
1957     47 100                        240
1958     48 900                       222
1959     54 300                       221
1960     49 784                       194
1961     46 430                        154
1962     46 400                       140
1963     51 130                         130
1964     47 300                       134
1965     40 200                         77
1966     28 330                         71
1967     30 745                         64
1968     12 520                          19

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