Bergbaugeschichte rund um Stockheim

Traditionen bewahren - Geschichte erleben - Brauchtum erhalten


"Eine Gesellschaft die ihre Vergangenheit nicht kennt, deren Zukunft ist in Gefahr" (Richard von Weizsäcker)

Herzlich Willkommen auf der Homepage des Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus e.V.


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Auf den Spuren der Kumpel durchs Kohlerevier

Start und Ende: Bergwerkstraße 31 in 96342 Stockheim

GPX Datei des Bergmannsweg zum Download im Zip Format

Beschreibung der Stationen zum Ausdruck als PDF

Wegekarte zum Ausdruck

Wegekarte des Bergmannsweg

 

Rundwanderung zwischen Stockheim und Neuhaus-Schierschnitz

Die Landschaften um das fränkische Stockheim und das thüringische Neuhaus-Schierschnitz sind sehr ähnlich. Beide Orte entstanden in breiten Wannentälern: Stockheim befindet sich im Tal der Haßlach, die oberhalb des gleichnamigen Ortes am Rennsteig entspringt, Neuhaus-Schierschnitz erstreckt sich im Quellgebiet der östlichen Föritz-Zuflüsse. Rings um beide Orte fallen die rötlichen Farbtöne in den Ackerflächen auf.

Wir befinden uns im Rotliegend-Becken am Südrand des Schiefergebirges. Der Untergrund besteht aus verfalteten Gesteinen der Unterkarbon-Zeit (vor etwa 330 Millionen Jahren). Darüber befinden sich Ablagerungen mit zwei kohleführenden Flözen aus der jüngeren Oberkarbon- und der älteren Perm-Zeit, die ”nur” um die 300 Millionen Jahre alt sind. Diese Gesteinsschichten werden als ”Rotliegendes” bezeichnet. Der Name leitet sich vom eisenreichen und daher rötlichen Abtragungsschutt des zuvor gebildeten Schiefergebirges ab. 
 Stationen des Bergbaupfades
 01  Grubenwasser Pumpstation
02  Aerarisches Zechenhaus
03  Maxschacht
04  Bergmannsweg
05  Grube August
06  Swaine’sche Seilbahn
07  Grube Bernhard
08  Grube Sophie
09  Grube Juliane
10  Walzwerk
11  Schloss Neuhaus
12  Grube Minna 
13  Kesslerstollen
14  Grube St. Michael
15  Grube St. Wolfgang
16  Grube Carl Christoph
17  Grube Adam Friedrich
18  Zechenhaus der Grube Adam Friedrich
19  Grube St. Katharina und Geotop
20  Grube Franz Ludwig
21  Hilfsstollen der Grube Vereinigter Nachbar
22  Grube Vereinigter Nachbar
23  Waldgebiet Dachsbau
24  Grube Christoph Franz
25  Vereinigter Nachbar im Ziegenrück
26  Vitriolhaus
27  Seilbahn
28  Schloss Stockheim

Streckenbeschreibung:

Ausgangspunkte:

Stockheim, Wandertafel am Dorfplatz in der nördlichen Ortshälfte, zu erreichen über die B85 (beim Bahnhof die Brücke überqueren), ÖPNV-Anschluss stündlich mit den Regionalzügen auf der Frankenwaldbahn Lichtenfels-Kronach-Saalfeld oder Neuhaus-Schierschnitz, Wandertafel an Minnastraße, zu erreichen über die B89, ÖPNV-Anschluss mit Linienbussen aus Richtung Sonneberg.

Streckenlänge: 12 Kilometer
Höhenlagen: 350 bis 420 Meter über NN, Höhendifferenz bergauf xxx Meter.
Wegebeschaffenheit: gut begehbare Forstwege.
Wegemarkierungen: Gelbe Sechsecke mit Bergbauzeichen ”Schlägel und Eisen”.



Weitere Informationen: Die kostenlose 28-seitige Broschüre ”Wanderführer durch die Bergbaugeschichte von Stockheim und Neuhaus-Schierschnitz” ist in den Rathäusern der beiden Gemeinden erhältlich. Die 28 Stationen des Rundwegs sind vor Ort nur kurz erklärt. Daher lohnt es sich, diese Broschüre mitzunehmen.


Bergmannsweg

Weglänge:
12,5 Kilometer, Teilstrecken sind möglich.  Höhenunterschied ca. 140 m.
Wegmarkierung:                    Hammer und Schlegel auf gelbem Grund

Parkplätze in Stockheim:       Dorfplatz und Maxschacht
Parkplätze in Neuhaus:          Rathaus
Achtung Wandergruppen:
Führungen für Wandergruppen können wir gerne übernehmen.                 
Zu diesem Wanderweg haben wir auch einen Diavortrag erstellt:
"Wanderung durch die Bergbaugeschichte um Stockheim und Neuhaus". 
Wandergruppen zeigen wir gerne diese Serie, mit Aufnahmen aus der Bergbauzeit und herrlichen Naturaufnahmen; sie ist vertont und in Überblendtechnik.
In unserem neu errichteten Magazin können wir für sie auch eine Führung übernehmen.
Sollten Sie noch Fragen oder Anregungen haben, dann rufen Sie uns bitte an:               
Günther Scheler                    09265/1750

Die Geschichte des Stockheimer Bergbaus
Die Geschichte des Steinkohlebergbaus im Gebiet Stockheim und Neuhaus beginnt im Jahre 1756. Nicht nur Hammer und Schlägel, sondern noch ein Dackel sollte im Wappen von Stockheim und Neuhaus sein. Der Dackel des Oberförsters Christoph Friedrich Gundermann aus Steinach/Thür. war es, der mit einer schwarzen Schnauze aus einem Dachsbau kroch. Gundermann untersuchte diese schwarze Erde und entdeckte damit das einzige Steinkohlevorkommen Süddeutschlands.
Es reichte über die Landesgrenze von Bayern bis nach Thüringen und sorgte so für eine enge wirtschaftliche Verbindung zwischen Stockheim, Reitsch und Neuhaus, mit ausgeprägten bergmännischen Traditionen.
So wurden in über zwei Jahrhunderten das "Schwarze Gold" von Tausenden von Männern in unserer Heimat aus der Tiefe des Berges geholt. Mit ihrem kargen Lohn konnten sie nur mühselig  ihre Familien ernähren.

Wir beginnen mit unserer Bergbaugeschichtlichen Wanderung in Stockheim auf dem Dorfplatz.
Bitte beachten Sie die Laufrichtung, die Markierung des Rundwanderweges ist nur im Uhrzeigersinn eindeutig zu erkennen!

1 Grubenwasser Pumpstation
An Stelle des Dorfplatzes befand sich früher der Dorfteich. Das 1839 erbaute Gebäude diente als Grubenwasserpumpstation. Mit der ersten Dampfmaschiene, die in Stockheim installiert wurde, sollten von allen Gruben die Bergwasser abgepumpt werden, die überreichlich vorhanden waren. Vom Dorfplatz gehen wir ca. 50 Meter in Richtung Kirche, bei der Dorflinde zweigen wir rechts in die Bremersgasse ab.
2 Aerarisches Zechenhaus
Von diesem Gebäude führt ein senkrechter Kontroll-schacht zum darunterlaufenden Maximilian-     Erbstollen, der die Grubenwasser der Grube St. Wolfgang über die Grube St. Katharina noch heute hinüber zum Haßlachfluß führt. Ein halbes Jahr-hundert, von 1805 bis 1855 dauerte der Bau dieses Abwassersystems.
Am Friedhof vorbei, gehen wir den mit Hecken gesäumten Flurweg zum Maxschacht
3 Der Maxschacht
wurde 1855 von der Swaine´schen Grubenverwaltung angelegt und war bis zu seiner Stilllegung 1911 der größte und modernste Grubenbau in Stockheim.
Im April 1879 waren hier 12 Bergleute von Karfreitag bis Ostermontag lebendig begraben. Nach ihrer glücklichen Rettung gingen sie zum Dank barfuß nach Vierzehnheiligen, ca. 45 km. Dort kann man heute noch ein Motivbild sehen.
Nach der Schließung 1911 wurde in aller Eile nur der obere Teil des Schachtes verfüllt. 1955 stürzte dieses Material in die Tiefe und kostete zwei Kumpels, die auf der 251-Meter Sohle arbeiteten, das Leben. Denn nach dem 2.Weltkrieg wurden im Bereich des Maxschachtes Kohlen abgebaut, die über die Grube St. Katharina gefördert wurden.
An der Schützenhalle vorbei, gehen wir durch die Vogelbergsiedlung, dann rechts den leicht ansteigenden Waldweg.
4 Bergmannsweg
Aus vielen Richtungen kamen die Bergleute zu ihrer Arbeit. Vom ca. 10 km entfernten Gehülz über Burggrub nach Stockheim oder von Lahm, Hesselbach und Wilhelmsthal in die ca. 8 km entfernte König Ludwig Zeche nach Reitsch. Von den Wustungen bei Mitwitz sowie von Rotheul und Sichelreuth kamen sie zu den Gruben bei Neuhaus. Diese Wege mussten sie zu Fuß gehen, da es damals keine öffentlichen Verkehrsmittel gab. In den ersten Jahrzehnten  kamen  einige  Bergleute aus dem etwa 20 km entfernten Steinach/Thür..
Die Woche über verbrachten sie ihre wenige Freizeit in Behelfsunterkünften und gingen erst an den Wochenenden zu ihren Familien zurück.
An dieser Kreuzung halten wir uns leicht links, nach etwa 100 m geht rechts der Weg durch einen Hohlweg. Die Wiese, auf die wir jetzt kommen, liegt bereits in Thüringen. 
Grenzsteine zeigen uns den Verlauf der Landesgrenze Thüringen - Bayern, die auch bis 1990 Staatsgrenze der DDR war.
Bei guter Sicht geht der Blick über Buch und Neuhaus hinweg  weit ins Coburger Land.
5 Grube August
Die Halde dieser Grube ist noch ganz gut zu erkennen, in der Mitte dieser Fläche ist eine Mulde, hier befand sich der Schacht. Angelegt wurde sie 1845 von Joseph Meyer und war bis 1911 in Betrieb.
Der Wanderweg aber verläuft zurück auf bayerischer Seite, die Markierungen  führen uns auf einen Fußweg zurück zur Forststraße.
Zwischen den Bäumen hindurch ist wieder Stockheim zu erkennen.        
6 Swainsche Seilbahn
Über diese Höhe führte einst eine Seilbahn.
1882 ließ sie der Grubenbesitzer Baron von Swaine errichten. Sie verband damit auf 2700 m sein Walzwerk in Neuhaus, mit der Grube Sophie und Bernhard sowie der Verladestation am Stockheimer Bahnhof.
Am 1.3.1863 wurde die Bahnlinie von Hochstadt bis Stockheim eröffnet. Bis dahin wurden alle Kohlen von Fuhrwerken transportiert, zum Teil auch mit dem Floß von Neuses bei Kronach über den Main bis nach Frankfurt. Erst am 8. August 1885 wird die Erweiterung der Bahnlinie von Stockheim bis Ludwigsstadt eröffnet.
Wir bleiben auf der Forststraße bis zu einer Kreuzung.
Links steht eine Ruhebank und ein Hinweisschild für den Alexander-von-Humboldt-Weg, der beginnend in Hof über Bad Steben hier endet. 68 km lang ist dieser Wanderweg des Frankenwaldvereins. Humboldt lebte von 1769 bis 1859 und war als Bergassessor um Bad Steben und Goldkronach für die Markgrafen von Bayreuth tätig. Er gründete eine Bergschule und bemühte sich um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sicherheit der Bergleute. Später wurde er ein weltbekannter Naturforscher.
7 Grube Bernhardt
Das Herzogtum Sachsen-Meiningen legte hier schon vor 1800 einen Bohrschacht an. 1836 übernahm der Geheime Finanzrat Christian von Weiß  diese Grube und nannte sie 1838 nach seinem Landesherren "Bernhard". Das Zechenhaus der ehemaligen Grube wurde 1922 von der Familie Isenthal zu einem Waldgasthof umgebaut, der aber 1929 abbrannte. Die Familie Bauersachs baute ihn wieder auf, bis er dann auf Grund seiner Lage, unmittelbar am Grenzstreifen, von den DDR-Grenztruppen 1962 abgerissen wurde.
Vor der Bildtafel der Grube Bernhard führt ein schmaler Weg, links, auf die alte Straße nach Buch, wir kommen  auf einen breiten gerodeten Streifen. Dies war der ehemalige Minenstreifen. 1994 wurde er geräumt und freigegeben. Ihn überqueren wir, über ein kurzes steiles Stück des Weges kommen wir wieder zu einem  baumlosen Streifen, hier befand sich bis 1990 ein Sperrzaun mit Signaleinrichtung. Von diesem traurigen Kapitel der deutschen Geschichte ist so  gut wie nichts mehr zu sehen. Es wächst langsam Gras darüber. Etwa 50 m nach diesem Streifen kommen wir zu den ersten Häusern von Buch, einem Ortsteil von Neuhaus-Schierschnitz. Gleich links befand sich die ....
8 Grube Sophie
Sie wurde 1839 von Christian von Weiß angelegt. Er gab ihr den Namen seiner Frau, Sophie.
1911   Schließung der Grube
1920 legte man einen zweiten Schacht an. Aus Geldmangel musste nach 120 m Teufe der Bau eingestellt werden.
1931 wurden die Schachtanlagen demontiert. Deutlich erkennbar ist noch die Halde, an der auch die Informationstafel steht.
Auf der Teerstraße gehen wir durch Buch, Einkehrmöglichkeit "Gasthaus Wöhner",  weiter nach Neuhaus.
9 Grube Juliane
Bei den ersten Häusern von Neuhaus angelangt, sehen wir rechts den 408 m hohen Eichberg. Dort befand sich der 1845 angelegte Julianeschacht. Vom Tal aus führt ein Hilfsstollen zum Schacht, dessen Eingang wir im Garten erkennen können. Er diente zur Belüftung und Entwässerung der Grube.
Am Teich vorbei, gelangen wir zu einem  großen ehemaligen Fabrikgelände.
10 Walzwerk
1843 legte hier der Buchhändler und Herausgeber des Konversationslexikons, Joseph Meyer, den Grundstein zu dem von ihm geplanten Zentrum der Eisenbahnindustrie in Deutschland.
Im Besitz Meyer's waren auch die Gruben Minna, Juliane, August, Joseph, Vereinigter Nachbar, St. Wolfgang und St. Michael. Meyer besaß nicht nur die Steinkohlengruben hier bei uns, er war außerdem im Besitz von Eisen-, Kupfer-, Nickel-, Kobalt- und Nickelgruben. Von Bischofsheim in der Rhön (Braunkohle) bis nach Wunsiedel war Meyer als größter Montanunternehmer Mitteldeutschlands tätig.
Am 15. März 1845 gründete er die "Deutsche Eisen-bahn-Schienen-Companie"; er wollte damit die deutsche Eisenindustrie freimachen von Importen aus England und Belgien.
Um dies  zu  verwirklichen  errichtete  er bis 1847 auf 8 ha  4 Hochöfen, 7 Walzwerkhallen, 60 Puddel- und 30 Schweißöfen, 2 Walzstraßen mit 100 PS Dampf-maschinen, 1 Maschinenfabrik und 1 Lokomotivfabrik. 1235 Arbeiter beschäftigte er hier. Doch Meyer's Bemühungen brachten nicht die erwarteten Erfolge. Die in seinen Gruben geförderte Steinkohle war für den Hochofenbetrieb nicht geeignet, auch das Eisenerz seiner Gruben hatte nicht die erforderliche Qualität. Er konnte nur Stabeisen, Eisenträger, Bleche und ähnl. herstellen. 1848 brach die Revolution aus, Meyer musste aufgeben. Keine einzige Eisenbahnschiene verließ das Werk. Joseph Meyer  verstarb 1856.  Richard  von  Swaine erwarb Neuhaus. Öffnungszeiten können Sie bei der Gemeinde vorab erfragen. Auch hier ist ein Besuch zu empfehlen. Von der Heimatstube führt der Weg zum Schlossbergring hier halten wir uns links bis zum Eingangsportal des Schlossparks.

11 Schloss Neuhaus
Im Schloßpark befindet sich das Schloß und die Burg Neuhaus. Das Schloß  wurde, nachdem es seine Funktion als Sitz des Amtes Neuhaus 1828 verloren hatte, von Christian von Weiß erworben und darin die Grubenverwaltung und Steigerwohnungen für das Personal der Grube Bernhard untergebracht. Nach Erbschaftsregulierungen ging es in den Besitz von Richard von Swaine über, der nach seiner Vermählung mit der Prinzessin von Löwenstein hier seinen Wohnsitz nahm.
Von 1960 bis 1991 war hier die Kinderkrippe untergebracht. Nach der Sanierung durch das DRK Landesverband Thüringen befindet sich nun eine Mutter-Kind-Kureinrichtung darin.
Auf der Höhe neben dem Schloß thronte die bereits im 13. Jahrhundert erwähnte Burg. Im Schloßpark sind sehr viele unterschiedliche Arten von Bäumen und Sträuchern zu sehen. Eine Besichtigung des Schlosses ist  auf Grund seiner jetzigen Nutzung als Kurheim nicht möglich.
Vom Eingang zum Schloßpark gehen wir über die Straße "Großer Garten", vorbei an den ehemaligen Stallungen vom Schloß, zur Minnastraße. Wir gehen nach links und bleiben auf der Minnastraße, vorbei an der Kleingartenanlage und der ehemaligen Kaserne,1978 bis 1990, der DDR-Grenztruppen. Am Waldrand beginnt eine gepflasterte Straße welche uns direkt zur ehemaligen Grube Minna führt. Links befindet sich das Schwimmmbad.

12 Grube Minna
Die Grube Minna, ursprünglich Motzmannschacht genannt,  wurde  1843  von Joseph  Meyer übernommen. Er gab der Grube den Namen seiner Frau Minna. Nach Meyer übernahm Swaine diese Grube. Der Bayerische Staat, der 1908 alle Kohlengruben von den Erben Swaine's übernommen hatte, schloss auch die Grube Minna  sowie alle anderen Gruben.
Die Werksgebäude wurden 1911 abgebrochen. In einem Gebäude richtete Paul Schmidt eine Sommer-frische ein, das Hauptgebäude war bis 1953 ein Kindererholungsheim des Eisenbahnerholungsvereins Erfurt. Von 1955 bis 1978 waren die DDR-Grenztruppen untergebracht. 1981 wurden die Gebäude dem Erdboden gleichgemacht.
Über die freie Fläche der Grube Minna gehen wir geradeaus den ansteigenden Weg bis zur Landesgrenze und dann nach links. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen, der mittlerweile mit Gras überwachsen ist, gehen wir vorbei an Grenzsteinen, die einst das Herzogtum Sachsen-Meiningen vom Königreich Bayern und später die DDR von der BRD  trennte, jetzt aber nur noch, ohne Schranken und Sperrzäune, eine Bundeslandgrenze zwischen den beiden Freistaaten Thüringen und Bayern ist.  
10 Walzwerk
1863 das Walzwerk und benannte es nach seiner Frau, "Ernestinenhütte". Er produzierte hier Walzwerkprodukte wie LKW-Achsen, Panzerschränke, Gartenzäune, Feldbahnschienen, usw, wenn auch im geringeren Umfang als Meyer plante. Bis nach 1900 war es in Betrieb. 1906 wurde von Armand Marseile eine Porzellanfabrik errichtet, er stellte erst Puppenköpfe später dann Elektroporzellan her. 1913 übernahm Siemens-Schuckert den Betrieb, nach 1945 wurde er als Porzellanfabrik Neuhaus  der EKS  bis nach 1990 weiter geführt. Mittlerweile ist der größte Teil der Betriebsgebäude abgebrochen, das Betriebsgelände wird saniert, neue Betriebe siedeln sich an.
Auf der "Bucher Straße" gehen wir bis bis zur Bundesstraße B 89, hier gehen wir nach rechts Richtung Kirche. 50 Meter vor der Ampel-Kreuzung zweigt rechts die Minnastraße ab, hier führt  eine Steintreppe bis zur Kirche.
Die Dreifaltigkeits-Kirche wurde 1593 erbaut. Burgherr Hans Friedrich von Gottsmann und seine Frau, die Stifter der Kirche, fanden hier ihre letzte Ruhestätte.
Eine Besichtigung der Kirche ist eventuell nach Rücksprache mit dem Evang. Gemeindeamt möglich. Ein Besuch ist zu empfehlen! Neben der Kirche befindet sich die Heimatstube von Neuhaus. Dieses ehemalige Schulhaus, bereits um 1600 wurde hier an diesem Platz eine Schule erwähnt, wurde mit großem Aufwand durch die Gemeinde renoviert und birgt nun kleine Schätzte aus der Geschichte von
14 Grube St.Michael
Sie liegt auf der Körnersleite, einst eine Wiese heute mitten im Wald, wurde 1766 von Philipp Wetzel angelegt. Die Mulden hier im Wald zeigen oft den Verlauf von mittlerweile eingebrochenen Stollen an. In unmittelbarer Nähe liegt die Grube
15 Grube St. Wolfgang
im Volksmund wurde sie Kreuzgrube genannt, weil hier eine wichtige Straßenkreuzung war. Hier kreuzte sich die Straße von Stockheim nach Traindorf /Judenbach mit der Straße zur Minna und nach Neukenroth. Diese Grube wurde 1766 vom Kronacher Bürgermeister Gottfried Carl Titus gemutet. Die Abraumhalde (hier steht auch unser Hinweisschild) an der wir uns rechts halten erinnert an den einst großen Betrieb.
16 Grube St. Wolfgang
Bei der  noch heute ständig sich absetzenden Grube wurden ab 1766 Kohlen abgebaut.
In diesem Waldstück können Sie viele Mulden entdecken, alles ehemalige Gruben. Sie stammten alle aus den Anfängen des Bergbaus. Diese Gruben waren meist nur 20 Meter tief und beschäftigten auch nur wenige Arbeitskräfte. Meist einen Steiger, einen Hauer, einen Karrenläufer und einen Haspelknecht. Der Karrenläufer brachte die Kohlen, die der Hauer herausgebrochen hatte, zum Schacht, um vom Haspelknecht nach oben gezogen zu werden. Der Steiger führte die Aufsicht. Der Transport erfolgte in Fässern und mit Fuhrwerken, welche meist von Ochsengespannen gezogen wurden. Abnehmer waren die Schmelzhütten im Thüringer Land, Schmiede usw. selbst Flößer kauften die Kohlen um sie flussabwärts wieder zu verkaufen.
Der Waldweg führt uns bis auf Höhe der Grube Bernhard, wir zweigen links ab Richtung Stockheim. Der schmale Fußpfad bringt uns zu einer Teerstraße -die Bergwerksstraße - der wir jetzt folgen.
17 Grube Adam Friedrich
Auf dem Bergrücken hinter unserem Schild und dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins befand sich der Schacht dieser Grube. Die Mutung geht auf das Jahr 1761 zurück. Hier war auch ein Pferdegöbel zur Förderung eingesetzt.
Ein paar Schritte weiter sehen wir links das...

 18 Grube Adam Friedrich Zechenhaus
Dieses Haus ist das einzige Haus in Stockheim das unverändert erhalten geblieben ist. 1771 wurde es vom Kronacher Bürgermeister Schubert erbaut.
19 Grube St. Katahrina
Die Geschichte dieser Grube lässt sich am besten in einem Zeitspiegel wiedergeben:
1775 wurde sie vom Kronacher Bürgermeister Schubert gemutet.
1794 war sie im Besitz der Hochfürstlichen Hof-kammer Bamberg. Mit der Säkularisation wurde sie an den Bamberger Stadtrat Strüpf verkauft.
1840  ersteigerte Richard von Swaine die Grube
1847 errichte er die teilweise heute noch stehenden Gebäude. Über sechs Jahrzehnte war sie nun im Besitz der Familie von Swaine.
1908  übernahm der Bayerische Staat alle Gruben der Erben  Swaine's in einem Erbpachtvertrag um sie ...
1911 "auf ewige Zeiten zu schließen".
"2 Millionen Mark habe der Staat umsonst ver-pulvert" so stand damals in der Zeitung. Aber die Bergleute gaben nicht auf.
1912 Die Kohlenbergwerks GmbH nimmt ihren Betrieb auf.
1914    Der Erste Weltkrieg beginnt. Jeder Arbeiter wird gebraucht.
1926    ist das Bergwerk wieder stillgelegt.
1930    gründen Bergleute den St. Joseph Verein und kaufen "ihr" Bergwerk, das versteigert werden sollte. Zwanzigtausend Mark, für die damalige Zeit eine große Summe, brachten die Bergleute aus ihren kärglichen Ersparnissen zusammen.
1932 der Kohlenabsatz stockt.
1935 die umliegenden Gemeinden schließen sich zusammen und gründen die "Bergbaugesellschaft Stockheim mbH". Auch ein neuer Schacht wird eingeweiht. Vorher wurden Kohlen über die Adam Friedrich Tagstrecke und dem Katharina Schlepp-schacht gefördert.
1951 das beste Jahr in der Geschichte dieser Grube, 500 Beschäftigte und über 8.000 Tonnen geförderte Kohlen monatlich.
1957 der hölzerne Schachtstuhl wird durch einen Stahlförderturm ersetzt, welcher für lange Zeit das Wahrzeichen von Stockheim sein sollte.
1968 nach 193 Jahren Kohlenabbau auf dieser Grube erfolgte die Schließung. 212 Jahre wurden im Stockheimer / Neuhäuser Gebiet Kohlen abgebaut. Die Grube Katharina bestand somit am längsten.
Eine neue Hoffnung kommt auf - Uran wird entdeckt.
1973   wird entschieden, dass kein Uran abgebaut wird.
1974 fielen einem Brand die Kohlenbunker zum Opfer, der Förderturm wird stark beschädigt. Für eine Erhaltung des Wahrzeichens fühlt sich niemand zuständig. Er wird abgebrochen.
1987 ersteigert die Gemeinde das gesamte Bergwerksareal. Die Hoffnung auf ein Berg-werksmuseum, seit der Schließung wurde darüber "nachgedacht", wurden durch einen Gemeinderatsbeschluss beendet. - Kein Geld.
02.11.2004 Gründung der Fördervereins Bergbaugeschichte
2007    Neue Hoffnung  Erlebnis “Schwarzes Gold”
2013-2016 Bau eines Magazins als Vorstufe eines Museums auf dem Gelände der Katharinenzeche.
2016 Einweihung des Geotops und des Magazins.
Auf diesem Gelände zu sehen:
Musterstollen, Bergbahn, Wanderführer, Informationstafeln, Geotop.

20 Grube Franz Ludwig
1782 wurde sie eröffnet und lag unter der mittlerweile mit Birken bewachsenen Halde der Grube St. Katharina.
21 Hilfsstollen Vereinigte Nachbarn
Dieser Stollen ist der einzige noch begehbare Stollen im gesamten Abbaugebiet. 1786 wurde er angelegt als Belüftungs- und Entwässerungsstollen angelegt. Er führte bis zum Schacht auf der "Rauhburg" und war ca. 100 m lang. Heute sind noch 16 m begehbar, seine Erhaltung verdanken wir seiner späteren Nutzung als Bierkeller der damaligen Gastwirtschaft Vogel (jetzt Alte Zeche). Mit Unterstützung durch die Besitzer und ehemaliger Bergleute und Bürger konnte der Heimatkundliche Arbeitskreis Stockheim 1993 ein kleines Museum einrichten, das wohl kleinste in Europa. Im vorderen Teil ist der Streckenausbau eines Stollens mit Holz zu sehen, sowie Werkzeuge und Lampen. Auch einen Hunt, der dem Kohlentransport diente, konnten wir hier mit den dazugehörigen Schienen ausstellen.
Nach der Litfaßsäule zweigen wir links in die Traindorfer Straße ab, ihr folgen wir zur ..
22 Grube Vereinigter Nachbar
Auf diesem Gelände, das jetzt als Spielplatz dient befanden sich die Schachtanlagen. Auch Joseph Meyer war einer der Besitzer dieser Grube. 1888 verstürzten die Schachtanlagen, der Betrieb wurde eingestellt.
23 Waldgebiet Dachsbau
Hier entdeckte 1756 der Oberförster Christoph Friedrich Gundermann aus Steinach in Thüringen stammend, die Steinkohlen.
Im Mutschein der ihm am 9. November 1763 aus-gestellt wurde, wird als Fundort folgendes nieder-geschrieben - "am Berg Zinnruck oder Daxlöcher bey Stockkum gelegen".
Er benannte sein Grubenfeld "Vereinigter Nachbar" nachdem die ebenfalls aus Steinach stammenden Langgut, Steiner und Weber Mitbesitzer wurden.
Bei diesem Schild zweigen wir nach rechts ab und folgen der am Fuße des Spitzberges verlaufenden Forststraße.

24 Grube Christoph Franz
Am Fuße des Spitzberges gelegen, wurde sie 1794 an die Fürstliche Hofkammer Bamberg vergeben. 1841 übernahm Swaine diese Grube.
Wir treffen jetzt auf die Straße "Am Spitzberg" und gehen rechts zur Ziegenrückstraße und kommen zur Infotafel der Grube …
25 Vereinigte Nachbar im Ziegenrück
Im Ziegenrückschacht des Vereinigten Nachbar Grubenfeldes geschah das größte Unglück in un-serem Gebiet. Am 5. September 1872 starben 14 Kumpel durch Brandgase. Ein Schwelbrand in der Grube wurde zu spät entdeckt. Elf Ehefrauen und 33 Kinder trauerten um ihre Ernährer.
provisorisch errichtete Verladestation transportiert. Sechs Jahre fuhren diese LKW durch den Ort, von dem was sie unterwegs an Kohle verloren, konnte mancher Stockheimer seinen Vorrat für den Winter sammeln.
Brände waren damals an der Tagesordnung, sie entstanden meist durch Selbstentzündung.
Ein Jahr später stellte man bei einer Überprüfung der Grube fest, daß die Brandstelle sich immer noch in "völliger Glut befindet". 1874 wurde hier der Bergwerksbetrieb eingestellt.
26 Vitriolhaus
1769 bat Oberamtmann Freiherr von Künsberg die Stadt Kronach um die käufliche Überlassung eines Platzes am Judenbach im Ziegenrück, "worauf man ihm das Vitriolsieden gestatten möge".
Durch sieden der Grubenwasser erzeugte man Vitriol, das zur Farbenherstellung und bei der Lederverarbeitung Verwendung fand.
1805 kaufte der Kronacher Stadtkonsolent Lambrecht für 300 Gulden das Haus. Die Bergmanns-witwe erwarb 1873 das Vitriolhaus "nebst Kalkofen und Steinbruch" für 700 Gulden.
Wir folgen der Ziegenrückstraße, ca. 50 m nach dem "Vitriolhaus" zweigt links ein Fußweg ab, nach dessen Ende kreuzen wir die Schulstraße und gelangen auf die Frankenwaldstraße welche nachdem sie die Katharinenstraße kreuzt rechts abknickt und uns bis zur Schulturnhalle führt.
Die St. Wolfgang Siedlung, durch die uns der Weg führt, wurde 1948 begonnen, bereits ein Jahr später konnten die ersten Bergarbeiterfamilien in ihre neuen Häuser einziehen.
Wir überqueren den Parkplatz und benutzen den Fußweg zum Schloß.
27 Seilbahn
Über das Schulsportgelände führte einst eine Seil-bahn von der Grube St. Katharina zur Verladestation an den Bahngleisen. Am 18. Februar 1946 besprach man den Bau der mittlerweile dritten Seilbahn. Im Februar 1962 brannte die Verladestation an den Bahngleisen ab, die Seilbahn wurde stillgelegt. Mit LKW  wurden  jetzt die  Kohlen  vom  Bergwerk zurprovisorisch errichteten Verladestation transportiert. Sechs Jahre fuhren diese LKW durch den Ort, von dem was sie unterwegs an Kohle verloren, konnte mancher Stockheimer seinen Vorrat für den Winter sammeln.

28 Schloss Stockheim
Mitte des 15. Jahrhunderts entstand das Schloss Stockheim als Sitz derer von Haßlach zu Stockheim. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es teilweise zerstört. 1806 erwarb der Unternehmer Strüpf von Bamberg das Gebäude und benutzte es als Zechenhaus für die Grube Katharina, die zu diesem Zeitpunkt in seinem Besitz war. In den Kellergewölben richtete er die erste Glashütte in Stockheim ein. Nach Strüpf waren noch andere Glashüttenunternehmer Besitzer des Schlosses.
Um 1880 wurde das Gebäude auf die jetzige Grundfläche erweitert.
Zum Schluß
Zum Schluss unserer Wanderung kommen wir an der Stockheimer Kirche vorbei. Die erste Kapelle stand bereits im 15. Jahrhundert. 1707 begann man mit dem Bau der heute noch stehenden St. Wolfgangskapelle.
Aus Abbruchsteinen der Kohlenwäsche der Grube St. Katharina wurde 1934 der Erweiterungsbau der Kirche errichtet.
Hier in der Kirche fanden die Jahresschluss-Dankgottesdienste der Bergleute statt.
Bis 1953 feierte man sie an Silvester.
1954 wurde die erste Barbarafeier abgehalten, denn die Heilige Barbara gilt auch als Schutzpatronin der Bergleute.

 

Start des Rundwanderwegs auf dem alten Rathausplatz in 96342 Stockheim Oberes Dorf Bergwerkstrasse 31

Schautafel des Rundwanderwegs


Markierung des Rundwanderwegs

 

Beispiele für die Schautafeln an den einzelnen Punkten.

 



Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus e.V.

 

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Eichendorfsiedlung 2
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