Bergbaugeschichte rund um Stockheim

Traditionen bewahren - Geschichte erleben - Brauchtum erhalten


"Eine Gesellschaft die ihre Vergangenheit nicht kennt, deren Zukunft ist in Gefahr" (Richard von Weizsäcker)

Herzlich Willkommen auf der Homepage des Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus e.V.


 

Eröffnet 1775 Bürgermeister Schubert von Kronach eröffnet die Grube St. Catharina
Geschlossen 30.März 1968 verlässt der letzte Kohlenhunt den Katharinenschacht
Beschäftigte maximal 1951 __438 Beschäftigte__88918 Tonnen Kohle gefördert
Tiefste Grabung 320 Meter
Besitzer 1778 Fürstliche Hofkammer
 

1908 Bayrischer Staat

  1939 "Berbauverein St. Joseph e.V. Stockheim und Umgebung"
   

 

212 Jahre Bergbau gehen zu Ende

Letzte Schicht St. Katharina 30.03.1968


Am Samstag, 30. März 1968 , verließ der letzte Kohlenhunt den Katharinenschacht. 212 Jahre Bergbautradition gehen zu Ende.

Man begann mit den Stillegungsarbeiten.

Am Samstag stellte die einzige Steinkohlengrube Bayerns im oberfränkischen Stockheim ihre Kohlenförderung nach mehreren Stillegungsverschiebungen ein. Damit blieb auch der Henry-und Emilienzeche, wie so vielen Gruben im Bundesgebiet, das Stillegungsschicksal nicht erspart. Zum letzten Male fuhren die Kumpels mit einer gewissen Resignation vor Ort, um in 320 m Tiefe die „Sdiwarzen Diamanten" des Frankenwaldes zu fördern.


Sind es im Ruhrgebiet und im Saarland die riesigen Kohlenhalden mit den damit verbundenen Absatzschwierigkeiten, die zur Liquidation führten, so konnte in dieser Hinsicht in Stockheim davon nicht die Rede sein. Bis zum letzten Tage rollte die Produktion auf vollen Touren, denn an Absatzmöglichkeiten hatte es nicht gefehlt. Wenn nun trotzdem die Stillegung erfolgte, dann nur deshalb, weil in Stockhehn größere Investitionen notwendig gewesen wären, um die Grube rentabel zu gestalten.

Für die bayerische Staatskasse bedeutete dieses kleine Bergwerk jedoch schon lange ein Faß ohne Boden. Jahr für Jahr waren Subventionen erforderlich, um den Betrieb am Leben zu erhalten.


In zwei Jahrhunderten sei Stockeim durch den Bergbau geprägt worden. Vor allem sei es bedauerlich, daß schaffende Menschen wieder frei werden, die sich standortmäßig in Stocheim festlegten. Man werde darum bemüht bleiben, unter allen Umständen zu versuchen, Arbeitsplätze zu gewinnen. Mit Hilfe der Staatsregierung sei ein Teil der Bergleute untergekommen. Bürgermeister Daum sprach die Hoffnung aus, daß sich die Zahl auf 25 Beschäftigte spätestens im Herbst d.J. erhöht.


Ein weiterer Hoffnungsschimmer besteht für die Bergleute. Betriebsleiter Bergbauing. Rudolf Roßmann, der sich unermüdlich für die sozialen Belange seiner Betriebsangehörigen einsetzt, verwies in der letzten Barbarafeier am 2. Dezember 1967 auf - die Gewinnung eines neuartigen Baustoffes. Aufgrund umfangreicher Lagerstättenuntersuchungen bestehe die Chance, einen Baustoff aus Blähschiefer herzustellen.

Damit sei nach einer Verwirklichung eine echte Beschäftigungsmöglichkeit für die Kumpels gegeben.


Seitens ,der IG Bergbau und Energie wurde immer wieder auf die sozialen Härten, die durch die Stilllegungen entstehen, mit Nachdruck hingewiesen. So habe jeder Bergmann aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit im Bergbau bestimmte Anrechte in der knappschaftlichen Rentenversicherung erworben, die ihm zwar nicht verloren gehen, aber wenn er in einer anderen Industrie beschäftigt wird, ist er dort für den Rest seines Arbeitslebens nicht mehr knappschaftlich versichert, was für seine spätere Rente einen erheblichen Nachteil bedeutet.

Durch das Kohlenanpassungsgesetz konnten gewisse Verbesserungen geschaffen werden, so daß von Stilllegungsmaßnahmen betroffene Arbeiter auf ein Abfindungsgeld bis zu 5000 DM hoffen können. Allerdings müsse eine Mindesttätigkeit von zehn Jahren nachgewiesen werden, außerdem müsse das 35. Lebensjahr vollendet sein.

In all den Jahren des wirtschaftlichen Auf- und Abganges stand der Kumpel im Mittelpunkt. Die Tradition wurde in Ehren gehalten. über. Jahrhunderte hinweg zeichneten sich diese Menschen durch Zähigkeit, Fleiß und durch beispielhafte Treue zu ihrer nicht gerade gefahrlosen Arbeitsstätte aus. Durch diese Eigenschaften war es überhaupt möglich, daß bis zum heutigen Tage die „Schwarzen Diamanten" des Frankenwaldes, ca. 1,5 Millionen Tonnen lagern noch in den Tiefen der Erde, gefördert wurden.

 

Grube St. Katharina 1775 - 1968

1775 Bürgermeister Schubert von Kronach eröffnet die Grube St. Catharina
1794 St. Katharina wird auf Rechnung der fürstlichen Hofkammer betrieben
1804 Besitzer ist jetzt Stadtrat Strüpf zu Bamberg
1840 Herr von Swaine aus Glücksbrunn erwirbt die Grube
1847 Swaine erwirbt die Grundstücke der heutigen Zeche und errichtet die
Rentei, ein Maschinen- und Förderhaus sowie den Katharinenschleppschacht
1880 Richard von Swaine schließt seine bayer. Gruben zusammen und nennt sie nach seinen Eltern "Henry und Emilienzeche"
1908 der Bayer. Staat übernimmt alle Gruben Swaine's
1911 der Bayer. Staat schließt alle Gruben
1912 der Neubetrieb der "Kohlenbergwerks GmbH" ist angelaufen
1927 die "Kohlenbergwerks GmbH" muß schliesen
1930 die Bergleute gründen den "Berbauverein St. Joseph e.V. Stockheim und Umgebung"
die Bergleute kaufen ihr Bergwerk,
Gründung der "Bergbaugenossenschaft Stockheim und Umgebung e.G.m.b.H.
1935 die umliegenden Gemeinden schliesen sich zusammen und gründen
"Bergbaugesellschaft m.b.H."
1935 ein neuer Schacht wird abgeteuft
1938 1.808 Tonnen Kohle werden gefördert
1957 ein neuer Stahlförderturm wird errichtet
1962 die Seilbahnverladestation wird durch Brand völlig zerstört
1968 am 30. März verlässt der letzte Kohlenhunt den Katharinenschacht

 

 

Förder- und Belegschaftszahlen des Stockheimer Bergwerks:


Jahr

Förderung
Tonnen

Belegschaft

1890

39 105

276

1900

33 203

249

1909

49 452

402

1915

11 521

77

1922

35 767

363

1926

28 929

262

1927

3 013

65

1928 — 1930 keine Förderung

 

 

1931

2 774

27

1932

3 125

32

1933

3 416

35

1934

2 804

24

1935

1 766

99

1936

5 330

107

1937

10 064

104

1938

19 533

125

1939

21 184

116

1940

21 113

110

1941

18 985

109

1942

28 182

116

1943

26 042

111

1944

22 413

128

1945

23 074

223

1946 (bis 30. Juni)

18 196

214

1949

31 899

97

1950

17 951

236

1951

88 918

483

1952

63 724

254

1953

33 325

217

1954

31 274

186

1955

35 214

210

1956

50 830

240

1957

47 100

240

1958

48 900

222

1959

54 300

221

1960

49 784

194

1961

46 430

154

1962

46 400

140

1963

51 130

130

1964

47 300

134

1965

40 200

77

1966

28 330

71

1967

30 745

64

1968

12 520

19

 


Die letzte Belegschaft

Tafel am jetzigen Gelände Bewerkstraße 47 96342 Stockheim

Standort: Bergwerkstraße 47 96342 Stockheim

Historische Bilder

1912

Landtagsbesuch 1958

 

 

 

Abbruch des Förderturms

Bild mit Holzförderturm

 

Gemälde und Zeichnungen:

Walter Bretternitz

 

 

 

 

 

 



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